Es gehört zu den
traurigen Geschehnissen, das jedes Jahr tausenden von
jungen und alten Menschen eine Hirnverletzung erleiden. Häufigste
Ursachen sind hier der Schlaganfall und das Schädel-Hirn-Trauma bei
Unfällen. Als anerkanntes Heilmittel ist die Ergotherapie, neben der
Physio-
therapie und der Sprachtherapie, eine feste Größe in der stationären
und
der ambulanten Rehabilitation.
Ziele ergotherapeutischer Versorgung sind
die Wiedergewinnung von
Selbständigkeit und Lebensqualität zur eigenverantwortlichen Bewältigung
des Alltags. Sie verhilft damit auch zu verminderter Pflegebedürftigkeit
und
verkürzten Krankenhausaufenthalten. Im Vergleich zu anderen Heilmitteln
steht in der Ergotherapie die eigenaktive Handlung, d.h. die Wieder-
gewinnung komplexer Handlungskompetenzen, im Mittelpunkt des
Geschehens. ( aus Ergotherapie: vom Behandeln zum Handeln).
Am häufigsten kommen Menschen mit
Schlaganfällen, multipler Sklerose,
Schädel-Hirn-Trauma, Parkinson und Alzheimer in die ergotherapeutische
Praxis. Wichtig für die ergotherapeutische Befundung ist nicht nur zu
ermitteln, welche funktionellen Ausfälle (Dysabylitie) vorherrschen,
sondern
auch zu überprüfen, in welchen der Persönlichkeit des Einzelnen ent-
springenden Einschränkungen im Alltag vorliegen (Handycap). Dazu gehört
auch das soziale Verhalten vor und nach einem Ereignis, die aktuellen
familiären Zusammenhänge, Berufsanforderungen und Interessen.
Folgende funktionellen Einschränkungen
werden in der Ergotherapie behandelt:
- Gleichgewichtsstörungen/Störungen
der muskulären Anpassung an die Schwerkraft,
- Stellreaktionen des Kopfes,
- Stützreaktionen,
- Störungen im Bereich der Grob- und
Feinmotorik/Koordinationsstörungen,
- Störungen der Handlungsplanung (ideatorische/
ideomotorische Apraxien),
- Störungen im Bereich der Perzeption
Tiefensensibilität/Oberflächensensibilität
- Störungen im bereich der visuellen
Exploration bei z.B. homonymen Hemianopsien.
(Dieses ist ohne entsprechende Ausrichtung nur kompensatorisch möglich)
- Neuropsychologische Störungen wie Störung
im Bereich der örtl. Geografischen,-
der zeitlich kalendarischen,- personelen,- und situativen
Orientierung
- Störungen der Aufmerksamkeit,
Konzentration und Merkfähigkeit.
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